Der Glaube hat ein Haus gebaut

Hendrik Mattenklodt

Gott baut sein Reich in dieser Welt durch die Verkündigung der Frohen Botschaft, durch Predigt, Taufe, Abendmahl. Der Glaube antwortet darauf, indem er dieser Botschaft Ausdruck gibt.

In der Wiesenkirche, deren Grundsteinlegungsjubiläum wir 2013 feiern, hat der Glaube in ganz besonders eindrucksvoller Weise bauliche Gestalt gewonnen. Die gotische Halle nimmt uns hinein in einen Raum der Freiheit.

Die Glocken rufen uns aus dem Alltag heraus: „Unser Gott kommt und schweiget nicht!“ ziert als Inschrift die größte unter ihnen. Hier gibt es etwas zu hören, was unser Leben verändert.

Beim Betreten der Kirche fällt der erste Blick auf das Fenster vom Westfälischen Abendmahl: „Tritt ein. Jesus Christus lädt dich an seinen Tisch. Du bist willkommen!“

Der Blick wandert an den Marienfenstern der Nordwand entlang: Maria durfte Gottes Sohn zur Welt bringen. Gott ist wirklich Mensch geworden! Er steht uns zur Seite.

Die Altarbilder malen das Leben vor dem Hintergrund der Nähe Gottes – die Geburt im Stall, der Tod am Kreuz, die Auferstehung. In dem, was wir sehen, kommt unser Leben vor.

Und dann das strahlende Zusammenspiel der bunten Glaslandschaft des Mittelchores mit dem großen Fenster im Westwerk: Gottes guter Geist erfüllt die Welt – vom ersten Schöpfungsaugenblick bis zur Vollendung der Zeit. Wir stehen in der Gemeinschaft der Glaubenszeugen, von den Königen und Propheten des Alten Testamentes bis zu den Heiligen der Kirche. Das gibt uns Zuversicht über den Augenblick hinaus. Der Grund der Wiesenkirche wurde gelegt, als wir in Deutschland noch gemeinsam Kirche waren, und so Gott will, wird die Wiesenkirche auch dastehen, wenn die heute noch getrennten Kirchen endlich wieder zu einem gemeinsamen Weg gefunden haben. Ganz bewusst tragen Veranstaltungen des Jubiläumsjahres ein ökumenisches Siegel.

Wir heißen Sie zu den Veranstaltungen im Jubiläumsjahr willkommen. Teilen Sie mit uns die Freude und die Freiheit, für die die Wiesenkirche steht.


Pfarrer Hendrik Mattenklodt
Ev. Wiese-Georgs-Kirchengemeinde


Gelegte Steine tragen und halten

Jürgen Prigl

In Soest wird 700 Jahre nach der Grundsteinlegung an St. Maria zur Wiese nun im Jahre 2013 der letzte Stein gelegt in der Wiederherstellung des Südturmes, die ihrerseits zweieinhalb Jahrzehnte dauerte. Dieser Sachverhalt dürfte ein besonderer sein mit enormem Seltenheitswert.

Großkirchen, an denen diese Stadt so reich ist, erleben einiges in ihrer Bauzeit und in der Geschichte. Und die Geschichte spiegelt sich wider in den verschiedenen Bauphasen, welche über diese Gesamtkunstwerke hinweggehen. Was sich allein in den letzten 25 Jahren um das Werksgeschehen am Südturm der Wiesenkirche tat, es ließe sich mitnichten auf die berühmte Soester Kuhhaut schreiben. Wer vermag 700 Jahre überschauen? Jeder unserer Hinblicke fokussiert sich auf Einzelheiten, die zu einer Summe gehören, welche man weder intuitiv noch wissenschaftlich umfassen kann. Und dass solche Bautätigkeiten weitergehen und gepflegt werden durch Unterstützung des Landes, des Bundes, durch zahlreiche Spender und Stiftungen – das wirkt in den Turbulenzen unserer globalisierenden Zeitläufe geradezu spannend und gibt Halt.

So versucht die Dombauhütte an der Wiesenkirche, so bezeichnet und neu errichtet durch das Land NRW als dritte in der Baugeschichte dieses Werkes, mit allen Mitwirkenden dieses Jubiläum würdig zu begehen: mit Veranstaltungen, bewusster Arbeit und Vertrauen in die Zukunft.


Dombaumeister Jürgen Prigl
Westf. Dombauverein St. Maria zur Wiese, Soest




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Jubiläumskomitee

Ansprechpartner:
Regierungsvizepräsident a. D. Heiko M. Kosow
Walburgerstraße 56
59494 Soest