Stichworte

Soest um 1300

Um 1300 ist Soest zu einer der größten und reichsten Städte im deutschen Reich herangewachsen. Über 10.000 Menschen leben sicher hinter der etwa vier Kilometer langen Mauer und treiben vor allem intensiven Fernhandel. Die Stadt gehört von Anfang an dem mittelalterlichen Städtebund der Hanse an und ist stolz auf ihr eigenes Recht. Handwerk und Landwirtschaft blühen.

Hallenkirche

In einer Hallenkirche sind die Kirchenschiffe des Langhauses gleich hoch oder annähernd gleich hoch. Dieser Bautyp entstand in den Ländern des Mittelmeerraumes vor über 1000 Jahren und wurde dort für Krypten und kleinere Kirchen verwendet. In Deutschland entstand 1017 in Paderborn die Bartholomäuskapelle an der Kaiserpfalz, die als älteste Hallenkirche nördlich der Alpen gilt. In Soest sind der „Schiefe Turm“ (1180) und die Hohnekirche (1230) frühe Beispiele für Hallenkirchen.

Kreuzschiff

Das Kreuzschiff, das auch Querschiff genannt wird, steht im rechten Winkel zu den Längsschiffen einer Kirche. Gewöhnlich befindet es sich zwischen dem Langhaus und den Chören und bildet somit die Grundform eines Kreuzes, daher der Name.

Chor

Im Chor im Osten einer Kirche befindet sich mit dem Altar das geistliche Zentrum des Bauwerks. Es gibt eine Reihe ganz unterschiedlicher Choranlagen in der Kirchenarchitektur. Sie können aus Chorjoch und -apsis oder nur einer Apsis bestehen, einfach, mehrfach oder gestaffelt sein, einen geraden oder einen halbrunden Abschluss (Apsis) haben. Der Hauptchor der Wiesenkirche ist eine 7/10-Apsis, die beiden Seitenchöre sind 5/10-Chöre. Das bedeutet, dass die Grundfläche jeweils ein gleichseitiges Zehneck ist, bei dem sieben oder fünf Seiten ausgeführt sind.

Ablasshandel

In der katholischen Kirche ist es möglich, durch ein gutes Werk, etwa Almosen, Pilgerfahrt oder Gebete, einen Straferlass für seine Sünden zu erlangen. Im Mittelalter wurde ein solcher Ablass aber missbräuchlich angewendet. Auf der einen Seite entwickelte sich bei den Gläubigen die Vorstellung, man könne jede Sünde begehen, wenn man nur genug Geld bezahlt. Auf kirchlicher Seite wurde der Handel mit Ablässen zu einer immer massiver ausgenutzten Geldquelle. Letztlich führte dieser Missbrauch zur heftigen Kritik Martin Luthers am Ablasshandel im Thesenanschlag von 1517 und damit zur Reformation.

Reformation

Die Reformation begann mit Martin Luthers Thesenanschlag 1517 in Wittenberg. Seit 1526 trafen sich in Soest die „Eidgesellen“, honorige Bürger, unter ihnen der Maler Heinrich Aldegrever, um reformatorische Ideen zu diskutieren. 1530 predigte der Dominikanerpater Johannes Kelberg erstmals in der Paulikirche evangelisch. Sein Ordensbruder Thomas Borchwede schlug im November 1531 ein reformatorisches Thesenpapier an das Domportal. Gerd Oemeken stellte eine Soester Kirchenordnung auf, die 1532 in Kraft trat. Johann de Brune wurde 1532 erster Superintendent. Nach der Gegenreformation von 1548 war mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 auch in Soest die Reformation endgültig vollzogen.



Links


Gruppenführungen zu individuellen Terminen: mehr...

Öffentliche Sonderführungen für Einzelteilnehmer: mehr...






Jubiläumskomitee

Ansprechpartner:
Regierungsvizepräsident a. D. Heiko M. Kosow
Walburgerstraße 56
59494 Soest